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Hat sich eure Lebenseinstellung geändert seit ihr Vegetarierer seid?

in 2.) Vegetarisch leben von
Hat sich eure Lebenseinstellung geändert seit ihr Vegetarierer seid?

2 Antworten

von
Das ist sicher von Mensch sehr unterschiedlich, man ist aber generell geneigt sich viele Gedanken über sein Essen zu machen.
 
Ich glaube ich bin jetzt seit 2 Jahren Vegetarier und es hat sich mit der Zeit schon einiges geändert. Ich habe jedoch auch parallel versucht meinen Süßigkeitenkonsum zu verringern und mehr Bio-Lebensmittel zu essen. (Alles ab dem 01.01.2013)
 
Ich hatte zwar schon seit geraumer Zeit über das ganze nachgedacht, aber letztendlich von einem auf den anderen Tag meine Ernährung umgestellt. Da ich mich nie mit den ganzen vegetarischen Imitaten anfreunden konnte, musste ich gezwungenermaßen viele neue Gerichte ausprobieren und mit meinen liebgewonnenen Gewohnheiten brechen.
 
Ich habe früher nicht viel Gemüse gegessen, stattdessen viele Fertiggerichte und eigentlich auch sehr viel Fleisch. Vorallem letzteres war mir nichtmal bewusst. Ich hatte Tofu und Getreidetrinks immer als (billigen) Ersatz missverstanden. Da mir Kuhmilch garnicht schmeckt, war dies jedoch ein fataler Fehler. Inzwischen ist für mich ein Salat mit gutem Dressing die Krönung meines Mittagsessens, da weiß ich wenigstens immer dass es schmeckt. Frisches buntes Gemüse muss inzwischen überall mit rein. Was ich mir unter einem „richtigen“ Essen vorstelle hat sich also massiv verändert.
 
Auch das was ich unter Vegetarismus selbt verstehe hat sich mit der Zeit gewandet, unter anderem weil man sich so viel mit seinem Essen beschäftigen muss. Anfangs war es für mich „Ich esse keine toten Tiere“, jetzt ist es ein „Ich halte mich von allem fern was nicht produziert werden kann ohne Tiere zu töten“. Unter ersterem verstand ich Fleisch und Fisch, letzteres bezieht auch Leder, Kälberlab (Käse), Gelatine (Gummibärchen, geklärter Apfelsaft, -wein und -essig) usw. ein.
 
Ich probierte auch irgendwann selbst zu kochen, zum einen um meine Mutter zu entlasten und zum anderen um unabhängiger zu werden. Es gibt einfach zu oft Fertiggerichte wo nur eine einzige Zutat nicht passt. Ich erkannte plötzlich dass es einen gewaltigen geschmacklichen Unterschied machen kann, wie man etwas zubereitet. Ich habe mal Linsensuppe mit frischem Suppengrün zubereitet, das Ergebnis hat mich umgehauen, ich hätte nicht erwartet dass eine Suppe so geil schmecken kann. Vorallem ist Kochen für mich inzwischen zum Hobby geworden (Saubermachen ausgenommen).
 
Da einige (viele?), ich früher überigens auch, Vegetarismus und selbst kochen eher mit Frauen in Verbindung bringen, war dies auch ein Auslöser mich nochmals mit meinem Geschlecht zu befassen und es hat meinen Umgang mit diesem auch ein wenig verändert.
 
Es kann auch dazu führen dass man andere Minderheiten besser versteht, wenn man dies vorher noch nicht selbst erlebt hat. Ich kannte es jedoch schon.
von
Eigentlich nicht. Ich würde sagen höchstens erweitert - sie ist detailreicher geworden. Ich war ja schon mit 12 Jahren anders als andere Mädchen und machte mir entsprechend schnell Feinde und Feindinnen. So ganz allein auf mich gestellt, viel es mir nicht schwer, buddhistische Weisheiten aufzugreifen, Schopenhauers Metaphysik des Leidens, ethischer Vegetarismus/Veganismus und später dann auch Antinatalismus und Radikalfeminismus. Bei mir war ethisches Bewusstsein schon immer da. Es hat sich nur erweitert, ist wie ein Brunnen immer tiefer gegraben worden. Heute lebe ich schon seit bald 7 Jahren überwiegend vegan und praktisch auch radikalfeministisch. Ich finde beides gehört zusammen: Mithilfe des Veganismus soll das Tier vom Elendleben errettet werden, und mithilfe des Radikalfeminismus die Frau (Frauen aller Art ausser Transfrauen, weil das sind Männer) vom Elendleben befreit werden.

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